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Herr Niederstein, Feuerverzinkereien sind mittelständische Dienstleistungsbetriebe für das Metallhandwerk und die Stahlbau-industrie. Was hat Sie veranlasst, sich im Bereich des Kultursponsoring zu betätigen?
Klaus Niederstein: Stahl begleitet unser Leben, die Feuerverzinkung veredelt ihn. Diese fast ausschließlich technisch bedingte Thematik wollen wir auf eine breitere Grundlage stellen. Das war Ausgangpunkt unserer Überlegung. Danach kristallisierte sich das Leitthema „Werte erhalten“ heraus. Das geht alle an und hat gesellschaftspolitische Relevanz. Wir wollen das festmachen an der notwendigen Förderung der Industriekultur und der Denkmalpflege. Prägnanter Ansatzpunkt ist das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Wir sehen hier eine direkte Verbindung zu unserer Initiative „ThinkZink – Werte erhalten“.
Neben dem Bau einer neuen Aussichts-plattform für das Industriedenkmal Völklinger Hütte sind im Rahmen der Initiative weitere Projekte geplant. Was haben Sie konkret vor, und über welchen Zeitraum ist die Aktion angelegt?
Klaus Niederstein: Wir begleiten verschiedene Projekte der Völklinger Hütte wie Erhalt und Entwicklung, darunter den von Ihnen bereits erwähnten Bau einer neuen Aussichtsplattform aus Stahl, die natürlich feuerverzinkt wird. Außerdem entsteht derzeit an der FH Kaiserslautern, Fach-bereich Architektur/Innenarchitektur, eine Projektarbeit mit dem Arbeitstitel „Einsichten“, die wir unterstützen, auch finanziell.
Die Initiative kommt im Übrigen von uns, aber es ist und wird ein Gemeinschaftswerk von SVH und namhaften Partnern unserer Unternehmensgruppe. Wir begreifen die Initiative nicht als Einmal-Aktion, sondern werden nach dem Auftakt in Völklingen in geeigneter Form weitermachen.
Mit Ihrem Unternehmen und der gesamten Aktion verbinden Sie den Begriff „Werte erhalten“. Sie sprachen von soziokultureller Relevanz ihrer geschäftlichen Aktivitäten. Reicht der Schutz von Metall gegen Korrosion tatsächlich so weit?
Klaus Niederstein: Sie haben Recht, das Ziel, das wir uns gesteckt haben, ist anspruchsvoll und für Feuerverzinker ungewöhnlich. Wir möchten auf sehr pragmatische Art innovativ sein. Dank der engen Tuchfühlung zu unseren Partnern können wir Kundenwünsche und Bedürfnisse besser voraussehen und frühzeitig in verbesserte bzw. neue Produkte, Qualität und Service umsetzen.
Wenn wir Sie richtig verstanden haben, dient die Auftaktveranstaltung am 27. September als Treffpunkt, um Visionen zu entwickeln und Diskussionen einen Nährboden zu geben. Wie könnten sich beispielsweise Metallbaubetriebe an solchen Visionen beteiligen?
Klaus Niederstein: Am Anfang stehen immer ehrgeizige Ziele und sogar Visionen. Erfreulicherweise ist die Initiative auf fruchtbaren Boden gefallen, gerade auch bei Stahl- und Metallbaubetrieben. Andere Partner wie zum Beispiel Architekten und Planer reagieren ebenfalls sehr aufgeschlossen. Wir registrieren generell ein großes Interesse. Forschung und Lehre sind mit einbezogen.
Wenn wir die Initiative als eine Art Plattform begreifen, dann erhalten auch Metallbaubetriebe wichtige Anstöße und können neue Möglichkeiten ausloten auf der Grundlage des bewährten Feuerverzinkens.
Wir sind uns bewusst über die Verantwortung gegenüber unserer Umwelt und dem Umfeld, in dem wir leben. Wir wollen mitgestalten und verbessern.
Technische Einrichtungen wie Feuerver-zinkereien und das „Schwermetall“ Zink wecken beim Endverbraucher nicht nur positive Assoziationen. Soll die Initiative auch dazu beitragen, das Feuerverzinken bekannter zu machen?
Klaus Niederstein: Zink ist für die Gesundheit der Menschen unverzichtbar. Das ist vielen überhaupt nicht bekannt. Durch unsere Initiative wollen wir am Rande darauf aufmerksam machen.
Natürlich geht es uns darum, die Beziehungen zu unseren Märkten auszubauen, und zwar durch intensiven Kontakt zu unseren Kunden. Hier sammeln wir wertvolle Erfahrungen. Außerdem: Das Feuerverzinken ist nach wie vor nicht überall bekannt. Vor allem dann nicht, wenn es um die Vorteile und den Nutzen für unsere Kunden bis hin zu Architekten, Planer und Bauherren geht.
Herr Niederstein, für dieses ehrgeizige Projekt wünschen wir Ihnen viel Erfolg und bedanken uns für dieses interessante Gespräch.
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